Winterlandschaften fotografieren

Winterlandschaft
Das Fotografieren in der Winterlandschaft hat so seine Tücken. Die Belichtung ist eine von ihnen. Die meisten Kameras der letzten 20 Jahre verfügen über einen eingebauten Belichtungsmesser. Durch die Messung und daraus resultierende Belichtung wird das auftreffende Licht auf den Film bzw. Sensor geregelt.

Winter Baum im Nebel

Bei Nebel ist die Helligkeitsverteilung im Bild gleichmässig. Damit kommt der Belichtungsmesser besser zurecht und die Automatik liefert brauchbar belichtete Bilder. Allerdings mit einer Tendenz zur Unterbelichtung. Dies kann man durch eine Überbelichtung um eine Blende kompensieren.
Weitblick mit Tele

In den Bergen gibt es viele, sehr helle Motive wie z. B. glitzernden Schnee. Das irritiert den Belichtungsmesser, denn er ist auf die Wiedergabe eines mittleren Grauwertes eingestellt. Das stark reflektierende Licht führt daher oft zu einer zu geringen Belichtung des Objekts. Das Ergebnis: Die Fotos sind zu dunkel und haben zu wenig Kontrast. Mit der manuellen Belichtungskorrektur kann dies jedoch geändert werden. Je nach Motiv muss man im Schnee eine halbe bis eineinhalb Blenden überbelichten, damit der Schnee auch weiss wiedergegeben wird.

Dank digitaler Technik, haben Sie die Möglichkeit, das Bild auf dem Display zu beurteilen. Benutzen Sie auch das Histogramm, wo man unschwer visuell erkennen kann, ob das Bild richtig belichtet wurde. Eine Bracketing hilft auch, die richtige Belichtung zu finden. (Spiegelreflexkameras haben dazu eine Funktion um 3 Bilder nacheinander vom gleichen Motiv mit unterschiedlichen Belichtungen aufzunehmen: Eine Belichtung normal, eine unter- und eine überbelichtet; die Abstufungen kann man einstellen)

Moderne Kompaktkameras verfügen auch über ein spezielles Programm für Winter- und Schneeaufnahmen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung hilft da weiter.

Wenn Sie Aufnahmen mit einer SLR-Kamera machen, haben Sie die vollen Eingriffsmöglichkeiten in die Belichtung. Auch bei höherwertigen Sucherkameras stehen manuelle Korrekturmöglichkeiten zur Verfügung.

Winterwald mit Sonneneinstrahlung

Bei klarem blauen Himmel und Sonnenschein können Sie auch durch ein Graufilter (ND) fotografieren, um nicht zu kleine Blendenwerte (22, 32) verwenden zu müssen, die durch Beugungsunschärfe ihrerseits zu schlechterer Bildqualität führen können. Oder, noch besser, verwenden Sie gleich einen zirkularen Polarisationsfilter, der an sich schon den Lichtdurchlass um bis zu 2 Blenden reduziert.
Warum? Das Blau des wolkenlosen Himmels enthält teilweise polarisiertes Licht. Mit einem Polarisationsfilter kann ein grosser Teil des im Himmel reflektierten Lichtes zurückgehalten werden, so dass er im Bild dunkler erscheint. Weisse Wolken heben sich deutlicher ab. Die Farbsättigung nimmt zu. Probieren Sie es aus, solange das Winterwetter anhält.

Fotokurse demnächst auf http://www.jumpcuts.ch

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